Eine unerwartete Reise: Caroline Nkwe | DRACHENREITER . Große Oper für kleine Ohren

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Jul
07

Eine unerwartete Reise: Caroline Nkwe

Hätte man ihr als Kind erzählt wo sie jetzt steht, hätte sie wohl nur gelächelt und mit dem Kopf geschüttelt. „Musik studieren? Nee“ Das war eigentlich nicht Carolines Plan. Zwar hat sie schon früh in der Küche gesungen, doch konnte sie sich singen nicht als Beruf vorstellen. Erst spät trat sie ihrem Schulchor bei und dort begann die Idee in ihr zu wachsen. Sie erkannte ihre Passion für Oper als sie in Don Giovanni ein Solo sang. Doch zunächst begann die Südafrikanerin Buchhaltung zu studieren. Später erst nahm sie Musik dazu und als ihr ihre Berufung klar wurde, brach sie das Buchhaltungsstudium ab und konzentrierte sich ganz auf die Musik.
Als sie 2010 ihren Abschluss in Südafrika machte nahm sie an einem Casting teil, welches sie zum ersten Mal nach Deutschland führte. Für 3 Sommeraufführungen kam sie zum Schleswig Holstein Musikfestival und lernte so die Stadt Lübeck kennen, in die es sie später auch wieder verschlug. 2013 entschied sie sich dann ganz nach Lübeck zu ziehen. An der Hochschule in Lübeck nahm sie an einem Intensivkurs für Deutsch teil.

Caroline ist das beste Beispiel das man das Buch nicht vorher kennen musste um seine Rolle authentisch darzustellen. In Südafrika ist der Drachenreiter nicht so bekannt wie in Deutschland und so klang das Projekt für Caroline lediglich interessant. Doch während der Proben stellten sich ihr dann doch so einige Fragen und jedes Mal wenn sie gerade nicht proben musste, schnappte sie sich das blaue Buch und las und so wurde auch die 31 Jährige zum Drachenreiter Fan.
Caroline spielt, die weise Subaida Galib, die Vorsteherin des pakistanischen Dorfes. „Sie ist eine sehr angenehme Rolle“ meint Caroline. „ruhig und weise“ Doch wenn man genau hinschaut erkennt man, das Caroline sich auch anderweitig unters Volk gemischt hat. Im „Wimmelbild“ einer Touristengruppe im ägyptischen Zeltlager unterstützt Caroline den Kinderchor, zusammen mit noch einigen anderen Opernsängern. Allgemein hatte Caroline in diesem Stück sehr viel mit Kindern zu tun. Auch ihr großer Auftritt vor dem Dorf wird vom Kinderchor begleitet und gerade das hat ihr sehr viel Spaß gemacht.
Die Aufgabe mit der Drachenreiter-Oper Kindern die Oper näher zu bringen ist eine Herzensangelegenheit für sie. Da sie erst sehr spät auf die Musik aufmerksam geworden ist, hofft sie andere Kinder schon früh auf diesen Pfad zu führen. So unterstützt sie auch die gesamte Inszenierung des Drachenreiters, die nicht immer einer klassischen Oper entspricht…wie ich sie bisher kannte. Doch Caroline erklärte mir, dass die gelegentlich gesprochenen Dialoge auch in klassischen Opern vorkämen und dass die Geschichte damit für Kinder einfacher zu verstehen ist; einfach schon aus akustischen Gründen. Caroline sehr passioniert was die Umsetzung eines Buches in eine Kinderoper angeht.
„Es muss actionreich sein und man muss anders denken wenn es um Kinder geht.“ sagt sie. Die Action ist meines Erachtens definitiv erfüllt, und auch Caroline trägt mit ihrem wunderschönen Stück zum Bild bei welches die Oper so besonders macht. Es ist sehr erstaunlich wie viele Länder man mit einem klassischem Orchester wiedergeben kann…

Gerade in Carolines Subaida-Arie wird man durch die Harmonien des Orchesters und das Schlagzeug in das drachenverehrenden Dorfe versetzt und ihr eher dunkel und melancholisch klingender Sopran passt wundervoll in dieses Bild. Die emotionale Szene eines ganzen Dorfes welches zum ersten Mal seit vielen Jahren einen Drachen sieht wird auch wundervoll von Caroline interpretiert.

„Es war eine gut Entscheidung nach Deutschland zu kommen“ sagt sie „ich bereue es nicht.“ „Ja Caroline, wir sind auch sehr froh Dich hier zu haben…“

 

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